Wer von Euch schon immer einen eigenen Döner-Laden aufmachen wollte: Einfach mal Onkel Ali fragen. Aber lest erst einmal weiter. Vor ein paar Wochen bekamen wir nämlich eine Email von Hubert „Hubi“ Honold:

Hallo liebe Sonja!

Bin gerade über Deinen Blog gestolpert und deswegen schreibe ich Dir. Ich würde Dich sehr gerne zum Essen einladen. Quasi zum Candlelight DÖNER! Aber keine Sorge: Das soll kein Date sein 😉 Ich habe dem Ali, einem guten Freund, geholfen, ein kleines „Restaurant“ im Westend aufzubauen. Rausgekommen ist dabei „onkel ali“ – der vielleicht schickste Dönerladen der Stadt.

Nun, die Madame steht ja nicht wirklich auf Döner, und so durfte der Mann einspringen. Ich liebe Döner dafür umso mehr! Als Kids sind wir in den 90er Jahren Samstags mit der S-Bahn vom Dorf nach Frankfurt auf die Zeil gefahren, nur um Döner zu essen (und btw: Der McDonalds lag genau nebenan). Ein paar Jahre später – Studentenleben – verging dann kaum ein Wochenende ohne Party oder Disko, und anschließend Döner. Und der Zufall wollte es, dass ich in meiner ersten Wohnung in München im 2.OG über einem Dönerladen wohnte.

Best Döner in Town: Bei Onkel Ali | Madame Cuisine Rezept

Der Weg zum eigenen Döner Laden

Nur 200 Meter entfernt von meiner ersten Münchner Wohnung wohnt Hubi, und zwar auch über einem Dönerladen. Und dort war Hubi Stammgast bei Ali, 5 Jahre lang. Irgendwann allerdings wechselte der Dönerladen den Besitzer, und Ali musste sich einen neuen Arbeitgeber suchen.

Für Hubi war indes klar, dass er seinen Döner ab sofort in dem neuen Dönerladen von Ali kaufen musste. Was er einige Zeit auch tat, bis jedoch der Laden dicht machen musste – und Ali wieder ohne Job war. So konnte das nicht weitergehen! Hubi und ein paar Freunde fassten also gemeinsam mit Ali einen Plan: Onkel Ali braucht seinen eigenen Dönerladen.

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Es ist Donnerstag, und ich habe mich mit zwei Freunden zum After-Work-Döner verabredet. Hubi erwartet uns schon, wir sind bei Onkel Ali eingeladen. Und was Hubi und Ali uns berichten, ist die Chronik eines sehr spannend klingenden Projekts: Der Döner-Stammkunde und seine Freunde helfen dem Döner-Mann, seinen eigenen Dönerladen aufzumachen. Mit Business Plan, juristischer Unterstützung, Suche nach der passenden Location, Renovierung, Einkauf von Theke, Mobiliar und Deko, Gestaltung des Angebots, Auswahl von Lieferanten, Marketing, PR, und – und – und! Etwas Bürokratie war offenbar auch dabei.

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Der Laden läuft

Mittlerweile hat Onkel Ali seine Heimat im Münchner Westen gefunden, auf der Schwanthalerhöhe, nur wenige Meter von der Theresienwiese entfernt. Und in den ersten paar Monaten seit Eröffnung ging bereits ganz schön die Post ab! Über zu wenig Publikum muss sich Ali nicht beschweren; sowohl Mittags, wenn die Gäste aus den benachbarten Büros zu ihm kommen – als auch am Abend. Von 10 Uhr morgens bis 22 Uhr abends ist geöffnet, zumindest sind das die aktuellen Öffnungszeiten. Wenn ihr einen Besuch plant, schaut am besten auf der Webseite von Onkel Ali nach.

Rund um die Wiesn, also das Oktoberfest, war die Hölle los. Die Lage ist auch wirklich perfekt für hungrige Wiesn-Gänger, die von Hendl und Ochsensemmel noch nicht genug haben! Und auch für Weihnachten und Silvester gibt es bereits Anfragen von lustigen Feier-Gesellschaften. Wer Ali bei der Arbeit beobachtet, der spürt die Freude, die er bei der Arbeit hat – endlich in seinem eigenen Laden.

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Ambiente und Geschmack: Überzeugen

Uns wird zuerst ein gemischter Vorspeisenteller (Meze) serviert, und dazu selbst gebackenes Brot. Der Ofen ist das einzige, was vom Vormieter des Ladens (einem Pizza-Lieferdienst) übernommen wurde. Es schmeckt – die Meze und auch das Brot. Anschließend gönnen wir uns eine Kebab-Box, einen Dürüm Kebab und einen klassischen Döner im Fladenbrot. Hey, nicht jeder alles – jedem das seine. Best Döner in Town: Bei Onkel Ali | Madame Cuisine Rezept

Gerichte mit Fleisch gibt es wahlweise mit Kalb oder Pute. Döner mit Kalb ist super lecker, findet man aber eher selten in der hiesigen Döner-Szene. Aber auch Veggie-Gerichte (z.B. mit Falafel oder Gemüse) gibt es einige zur Auswahl. Zum Dessert gibt es noch Baklava – ich glaube ich muss platzen.

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Mir macht der Besuch bei Ali großen Spaß. Wie er zu seinem Rufnamen „Onkel Ali“ kam, wird uns auch noch klar: Ein ca. 15-Jähriger Bub parkt seine Vespa draußen und begrüßt den Onkel herzlich. Ali ist sichtlich gerührt – „der Bub kam schon zu mir, als er grade erst über die Theke schauen konnte! Wie groß der geworden ist!“

Ali war nämlich für seine kleinen Gäste schon immer der Onkel Ali. Und ist es jetzt auch offiziell für seine großen Gäste. Eine schöne Geschichte, inspirierend und rührend – und damit der Gewinner meiner „Zu Gast bei“ Serie im Monat Oktober. Wenn ihr Onkel Ali besucht, grüßt ihn schön von mir!

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